Gerichtsverhandlung zu Pauls Tod

Es ist etwas her (4. September 2017), da wurde Paul (gerade 14) am ersten Schultag auf seinem Fahrrad von einem 18-Tonner totgefahren. Seine Ampel war grün. Ihm wurde die Vorfahrt genommen (LKW bog rechts ab). Paul hat nichts falsch gemacht, dennoch ist er tot. Seitdem folgten keinerlei Konsequenzen, weder für den Fahrer, noch für das Fuhrunternehmen. Erst nach dem öffentlichen Druck des Leserbriefes (s. Link ganz unten) wurde die Gefahrenstelle etwas verändert, denn es gab damals nicht einmal eine Fahrradampel.

Jetzt braucht Pauls Familie deine und unser aller Unterstützung, in der anstehenden Gerichtsverhandlung. Bitte nimm dir kurz Zeit, um die bisherigen Geschehnisse nachzuvollziehen, teile diesen Bericht und komm zur Verhandlung!

Montag ab 9:00 Uhr
Amtsgericht Flensburg

Wer der Verhandlung beisitzen möchte, sollte bitte um 8:30 Uhr da sein, wegen der Einlassschleuse.

Pauls Mama: „Nein, die Zeit heilt nicht alle Wunden. Paul ist jeden Tag tot, er kommt jeden Tag nicht mehr zurück. Es ist ein nicht endender Alptraum.“

Paul

Bitte helft Pauls Familie und uns allen, damit Fahrradfahrer nicht länger als Verkehrsteilnehmer dritter Klasse behandelt werden. Unterstützt Pauls Eltern, damit sein Tod etwas verändert. Es hätte auch dich oder deine Liebsten treffen können!

Hier eine Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse von Pauls Eltern. Unfassbar!

Paul (gerade 14 Jahre) war auf dem Weg mit seinem Fahrrad zur Schule, als ihm die Vorfahrt von einem rechtsabbiegenden LKW (18 t Kipplaster) genommen wurde. Für Paul endete dies wenige Stunden später im Krankenhaus tödlich.

Paul hat alles richtig gemacht, er hielt sich an die Verkehrsregeln und wurde dadurch 2x überrollt.

Die Kreuzung soll angeblich kein Unfallschwerpunkt sein, doch passiert dort ständig etwas und alle schweigen sich aus, dass dort bereits in der Vergangenheit (ca. 1976) ein Mädchen auf die gleiche Art und Weise getötet wurde.

Ein „unabhängiger“ Dekra Gutachter erstellte ein haarsträubendes Gutachten, dass ausschließlich der Entlastung des Todesfahrers diente. Es wurde ein Szenario beschrieben, dass es so nie gegeben hat (“ toter Winkel“). Sogar der Fahrzeughalter war mit vor Ort bei der Rekonstruktion des Unfalls. Der letzte Punkt im Fazit des Gutachters lautet: „Hätte Paul auf seinen Vorrang verzichtet, hätte der Unfall vermieden werden können“.

Aufgrund dessen wurde von der Staatsanwältin das Verfahren eingestellt. Somit gab es nicht die geringste Konsequenz für den Fahrer. Wenn man das Gutachten mit den Zeugenaussagen vergleicht, hätten einem die massiven Unstimmigkeiten auffallen müssen.

Nachdem wir über unseren Anwalt Akteneinsicht hatten, mussten wir feststellen, dass es weder einen Drogen- und Alkoholtest gegeben hat, das Fahrzeug nicht sichergestellt (zur Prüfung der Spiegeleinstellungen), noch das Handy konfisziert wurde (telefonieren/schreiben am Steuer). Nicht einmal der Platz, an dem Paul lag, wurde markiert. Aber, Pauls Fahrrad wurde von der Polizei beschlagnahmt. Der LKW ist laut Fahrtenschreiber an diesem Tag noch weitergefahren.

Wir haben eine Beschwerde an die Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig eingereicht und konnten somit eine Wiederaufnahme der Ermittlung am Amtsgericht in Flensburg erwirken.

Nach mittlerweile eineinhalb Jahren kommt es endlich zu einer Gerichtsverhandlung.

In dieser ganzen Zeit hat sich weder der Fahrer noch der Fahrzeughalter (eine ortsansässige Firma) bei uns gemeldet. Erst nach dem Leserbrief und dem öffentlichen Aufschrei wurde die Gefahrenstelle verändert. Der Haltebalken wurde nach ca. 6 Monaten nach vorn verschoben und eine Fahrradampel wurde erst nach ca. 9 Monaten aufgestellt. Leider ist diese nur mit einem Vorlauf von 3 Sekunden geschaltet. Doch in Pauls Fall hätte sie ihm das Leben gerettet, da er nicht stand, sondern in die Kreuzung hineinrollte.

Bisher schweigt der Fahrer in der Gerichtsverhandlung, und drückt keinerlei Bedauern für Paul oder uns aus.

Am Montag, den 11.03.2019 beginnt der 2. Verhandlungstag um 9.00 Uhr im Amtsgericht Flensburg – Verhandlung: Paul Springstrow.
Links für weitere Informationen:
Hier ist der Leserbrief von Pauls Mama :
https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/sicherheit-fuer-radfahrer-eine-mutter-klagt-an-id19178346.html
ZDF Sendung Zoom (Pauls Familie ist in den ersten 5 Minuten zu sehen):
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-auto-gegen-fahrrad-100.html


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